

InWiTo-Racing Series
"Die Amateur Freizeit Kartliga"
Tim Hoffmann: „Von außen sieht alles leichter aus, als es wirklich ist.“
Während die Fahrer um jede Position kämpfen, sorgt Tim Hoffmann gemeinsam mit Rennleiter Markus Paetzold dafür, dass im Hintergrund alles reibungslos funktioniert. Der ehemalige Ersatzfahrer ist inzwischen seit vier Jahren Teil der Rennleitung der InWiTo Racing Series. Im Interview spricht er über seinen Wechsel von der Strecke an den Kommandostand, die Herausforderungen während eines Rennens und darüber, warum er die Serie auch dann nicht aus den Augen verliert, wenn er einmal nicht vor Ort sein kann.

I.R.S.: Tim, früher hast du selbst im Kart gesessen und heute stehst du in der Rennleitung. Was hat dich dazu motiviert, die Seiten zu wechseln?
Tim Hoffmann: Angefangen hat alles mit einem Einsatz als Ersatzfahrer. Nach dem Start dachte ich noch: „Das läuft ja richtig gut.“ Aber schon nach der ersten Runde habe ich gemerkt, dass ich auf der Strecke eher eine Bremse als eine Hilfe war. Trotzdem wollte ich der InWiTo erhalten bleiben und meinen Beitrag leisten. So hat sich der Weg in die Rennleitung ergeben. Mittlerweile bin ich bereits im vierten Jahr als rechte Hand von Markus dabei.
I.R.S.: Hand aufs Herz: Vermisst du manchmal das Kribbeln vor dem Start und die Zweikämpfe auf der Strecke, wenn du die Fahrer heute nur noch von außen beobachtest?
Tim Hoffmann: Natürlich vermisse ich das schon ein Stück weit. Trotzdem fühle ich mich in der Organisation und der Rennleitung deutlich besser aufgehoben.
I.R.S.: Die InWiTo Racing Series lebt von spannenden Rennen, engen Duellen und jeder Menge Leidenschaft. Was macht für dich persönlich den besonderen Reiz aus, bei jedem Rennen dabei zu sein?
Tim Hoffmann: Jedes Rennen bringt neue Überraschungen und neue Situationen mit sich, auf die wir als Rennleitung reagieren müssen. Genau diese Abwechslung macht die InWiTo für mich jedes Mal aufs Neue spannend. Kein Rennen verläuft wie das andere.
I.R.S.: Du arbeitest während der Veranstaltungen eng mit Markus Paetzold zusammen. Wie läuft eure Zusammenarbeit ab und wer von euch muss häufiger den anderen wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholen?
Tim Hoffmann: Meist teilen wir uns die Aufgaben auf, sodass jeder seinen eigenen Bereich im Blick hat. Trotzdem behalten wir immer das gesamte Renngeschehen im Auge und stehen permanent über Funk miteinander in Kontakt – gerade wenn es auf der Strecke hektisch wird. Die Zusammenarbeit mit Markus funktioniert eigentlich immer reibungslos.
I.R.S.: Viele Zuschauer sehen nur das Rennen auf der Strecke. Was passiert in der Rennleitung eigentlich alles, während die Fahrer um Positionen kämpfen?
Tim Hoffmann: Es gibt unglaublich viele Dinge, auf die wir gleichzeitig achten müssen. In der Boxengasse versuchen Teams natürlich immer wieder, jede Sekunde herauszuholen, und auf der Strecke entstehen ständig neue Situationen, die bewertet werden müssen. Es ist manchmal gar nicht so einfach, alles gleichzeitig im Blick zu behalten.
I.R.S.: Die Leistungsdichte in der InWiTo Racing Series ist mittlerweile enorm hoch. Wie empfindest du die Entwicklung der Serie in den vergangenen Jahren und was beeindruckt dich dabei am meisten?
Tim Hoffmann: Besonders beeindruckend finde ich, wie schnell sich neue Teams entwickeln. Von Rennen zu Rennen sieht man Fortschritte, und das Teilnehmerfeld rückt immer enger zusammen. Genau das macht die Serie so spannend.
I.R.S.: Kommunikation ist während eines Rennens enorm wichtig. Wie läuft der Austausch zwischen Rennleitung, Organisatoren und Teams ab, wenn es auf der Strecke hektisch wird?
Tim Hoffmann: Wir stehen während des gesamten Rennens über Funk miteinander in Verbindung. Außerdem sind die Streckenmitarbeiter immer in unserer Nähe, sodass wir möglichst schnell auf jede Situation reagieren können.
I.R.S.: Worauf musst du während eines Rennens besonders achten? Gibt es Momente, in denen du gefühlt zehn Augen gleichzeitig bräuchtest?
Tim Hoffmann: Besonders schwierig wird es, wenn sich mehrere Gruppen gleichzeitig auf der Strecke packende Kämpfe liefern und zusätzlich in der Boxengasse viel Betrieb herrscht. In solchen Momenten kann man eigentlich gar nicht genug Augen haben.
I.R.S.: Wenn du heute auf die Teams und Fahrer blickst: Erkennst du manchmal Situationen wieder, bei denen du denkst: „Genau diesen Fehler habe ich als Fahrer früher auch gemacht“?
Tim Hoffmann: Das ist gar nicht so leicht zu beantworten. Bei meinem einzigen Rennen war ich ehrlich gesagt völlig damit beschäftigt, überhaupt den Überblick zu behalten. Von außen sieht vieles einfach aus, aber sobald man selbst im Kart sitzt, merkt man erst, wie hoch das Tempo wirklich ist. Wenn man nicht regelmäßig fährt, reagiert man oft einfach nur aus der Situation heraus.
I.R.S.: Mal angenommen, du hast gerade kein Rennen der InWiTo Racing Series vor dir: Verfolgst du die Serie trotzdem aus der Ferne, schaust auf Ergebnisse und Entwicklungen – oder gelingt es dir tatsächlich, auch mal abzuschalten?
Tim Hoffmann: Selbst wenn ich einmal nicht vor Ort sein kann, bleibe ich mit Markus ständig in Kontakt und weiß eigentlich immer, was gerade passiert. Ganz abschalten gelingt da eher selten.