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Andreas Kamyk: „Mit Mike und Flemming haben wir die Wild Boys wieder aktiviert.“

Nach Jahren mit wechselhaften Zeiten geht Wild Boys Lünen Racing 2026 mit einer neuen Fahrerkonstellation an den Start. Die Ergebnisse spiegeln den Neustart aktuell noch nicht vollständig wider, doch Andreas Kamyk blickt voller Zuversicht nach vorne. Im Interview spricht er über den Aufbau des neuen Teams, die ersten Erfahrungen mit Mike Elies und Flemming Klaas sowie die Entwicklung, die hinter den Kulissen bereits spürbar ist.

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I.R.S.: Andreas, zwei Saisonrennen liegen inzwischen hinter euch. Wenn du auf den bisherigen Verlauf zurückblickst – wie fällt dein persönliches Fazit zum Saisonstart von Wild Boys Lünen Racing aus?

Andreas Kamyk: Natürlich hatte ich mir sportlich etwas mehr erhofft. Mit dem neuen Team bin ich aber wirklich mega zufrieden. Da entwickelt sich etwas richtig Gutes. Es braucht natürlich seine Zeit, aber gerade in Kerpen hat es richtig Spaß gemacht, weil wir zwischenzeitlich richtig stark unterwegs waren. Mein Fazit: Es gibt noch viel Luft nach oben.

I.R.S.: Vor der Saison habt ihr mit Mike Elies und Flemming Klaas einen kompletten Neustart im Team eingeläutet. Wie bewertest du diesen Neuanfang nach den ersten beiden Rennen?

Andreas Kamyk: Ich bin damit wirklich voll und ganz zufrieden. Es war natürlich schade, dass Mike in Kerpen nicht dabei sein konnte. Er hat alles versucht, aber jetzt ist er umso heißer auf das nächste Rennen. Ich bin über die Jahre in der InWiTo deutlich ruhiger geworden. Wir machen kleine Fortschritte und vielleicht können wir auch noch für die eine oder andere Überraschung sorgen.

I.R.S.: Mit Platz 16 in der Meisterschaft ist der Start tabellarisch sicherlich nicht optimal verlaufen. Wo liegen aktuell die größten Baustellen, um den Anschluss ans Mittelfeld zu schaffen?

Andreas Kamyk: Ein kleines Problem ist, dass wir manchmal noch zu lieb sind. Wenn ich sehe, wie aggressiv andere Teams fahren, müssen wir dagegenhalten – natürlich hart, aber fair.

In Kerpen hätten wir deutlich besser abschneiden können. Die Strafen haben uns sicher drei oder vier Plätze gekostet. Beim Wechsel hat Flemming leider nicht aufgepasst und ist ein paar Runden zu lange gefahren. Mein Zweikampf mit einem langsameren Fahrer war ein Missverständnis von beiden Seiten, bei dem wir beide abgeflogen sind. Dafür eine Strafe zu bekommen, war schon grenzwertig, zumal es insgesamt ein sehr faires Rennen war.

I.R.S.: Wie läuft die Zusammenarbeit mit deinen neuen Teamkollegen Mike Elies und Flemming Klaas? Hat sich bereits eine Rollenverteilung entwickelt?

Andreas Kamyk: Das läuft wirklich sehr gut. Ich habe zwei neue Fahrer im Team, die richtig Lust haben, besser zu werden. Die Rollenverteilung ist ganz einfach: Alle sind gleichberechtigt. Keiner nimmt sich zu wichtig und jeder unterstützt jeden.

I.R.S.: Beim zweiten Saisonrennen musstet ihr auf den Ersatzfahrerpool zurückgreifen und Justin Stolper wurde euch zugelost. Wie hast du diesen Moment erlebt und wie schnell hat er sich integriert?

Andreas Kamyk: Justin machte am Anfang den Eindruck, als wäre er etwas verloren. Er hatte zum Beispiel etwas Respekt vor dem Tankstopp, den ich dann übernommen habe. Aber als er beim Start von Platz 15 auf Platz 2 nach vorne gefahren ist, haben mir wirklich die Worte gefehlt. Ein super Typ und ein super Fahrer.

I.R.S.: Justin Stolper selbst hat erzählt, dass er sich bei euch sofort wohlgefühlt hat. Wie hast du ihn als Teamkollegen erlebt?

Andreas Kamyk: Auf jeden Fall würde ich jederzeit wieder mit ihm zusammenarbeiten. Da gab es überhaupt keine Zweifel. Er wusste sofort, was zu tun ist.

I.R.S.: Die InWiTo Racing Series ist 2026 so ausgeglichen wie lange nicht. Gerade im Mittelfeld liegen viele Teams eng zusammen. Welche Duelle machen für dich aktuell besonders Spaß?

Andreas Kamyk: Am liebsten sind mir die Zweikämpfe mit Adrian Wolf, Lightning Racing und Apex Racing. In Kerpen hatten wir richtig gute Duelle, auch weil es gute Freunde sind. Der Rest ist momentan noch etwas zu weit weg für uns. Wir schauen einfach, was beim nächsten Rennen möglich ist.

I.R.S.: Nach den ersten beiden Veranstaltungen – unter anderem dem Premierenrennen auf dem Michael-Schumacher-Kurs in Kerpen – welche Erkenntnisse habt ihr als Team mitgenommen?

Andreas Kamyk: Wir müssen vor allem im Qualifying schneller werden. Da müssen mehr Punkte her. Außerdem wollen wir die Teams vor uns stärker unter Druck setzen.

I.R.S.: Was erwartest du persönlich von Wild Boys Lünen Racing in dieser Saison? Geht es vor allem um den langfristigen Neuaufbau oder gibt es bereits konkrete sportliche Ziele?

Andreas Kamyk: Wir wollen weiter nach vorne – und das am besten schon im nächsten Rennen.

I.R.S.: Zum Abschluss: Wenn wir dieses Interview nach dem Saisonfinale noch einmal führen würden – was müsste bis dahin passiert sein, damit du sagst: „Der Neustart war ein voller Erfolg“?

Andreas Kamyk: Der Neustart ist für mich eigentlich jetzt schon ein voller Erfolg. Es musste etwas passieren und ich habe mit Mike und Flemming zwei neue Fahrer mit Hunger auf Erfolg gefunden. Auch die Zuverlässigkeit ist wieder da.

In den vergangenen Jahren wurde ich oft im Stich gelassen – gewollt oder ungewollt, das lasse ich mal dahingestellt. Aber das hatte mit Teamsport irgendwann nichts mehr zu tun. Mit Mike und Flemming haben wir die Wild Boys wieder aktiviert.

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