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InWiTo-Racing Series
"Die Amateur Freizeit Kartliga"
Rookie unter Druck: Calvin Gerlach tastet sich in die InWiTo Racing Series

Für Calvin Gerlach begann die Saison 2026 der InWiTo Racing Series mit einem echten Realitätsschock – und genau das hatte er erwartet. Der Rookie von CTM Motorsport erlebte in Werther ein Debüt, das gleichermaßen Spaß machte und schonungslos die Defizite aufzeigte.
„Es war teilweise ziemlich chaotisch für uns“, gibt Gerlach offen zu. Kein Wunder: Für das Team war es das erste organisierte Rennen überhaupt. Was in freien Kart-Sessions noch funktioniert, stößt im Rennbetrieb schnell an Grenzen. Spätestens im Qualifying wurde klar, dass in dieser Serie ein anderer Wind weht. „Das Niveau war deutlich höher als das, was wir gewohnt waren.“
Der erste Härtetest über die volle Distanz brachte schnelle Lerneffekte – teilweise auf die harte Tour. Streckenkenntnis? Fehlanzeige. „Beim nächsten Mal würde ich die Strecke vorher definitiv fahren“, sagt Gerlach. Auch bei der Ausrüstung wurde nachgeschärft: Kälte und fehlende Handschuhe machten sich bemerkbar – ein Detail, das im Motorsport schnell zum echten Nachteil werden kann.
CTM Motorsport ist dabei kein klassisches Rennteam, sondern aus Freundschaft entstanden. Drei Fahrer, vereint durch gemeinsame Kart-Erfahrungen, die den nächsten Schritt wagen wollten. Erste selbst organisierte Rennen weckten den Ehrgeiz – der Einstieg in die Serie war die logische Konsequenz.
Mit Max Heinemann und Tim Böckmann setzt Gerlach auf ein Umfeld, das vor allem eines bietet: Rückhalt. Der Austausch mit etablierten Teams half bei den Basics, doch intern steht etwas anderes im Vordergrund. „Wir versuchen in erster Linie, Spaß zu haben – auch wenn die Ergebnisse noch nicht stimmen.“ Eine Herangehensweise, die gerade in der Lernphase entscheidend sein kann.
Denn die Herausforderungen sind komplex: 2,5 Stunden Renndistanz, Boxenstopps unter Druck, dichter Verkehr. „Uns hat die Routine gefehlt“, räumt Gerlach ein. Besonders knifflig: Situationen im Verkehr, in denen man zwischen langsameren und schnelleren Karts eingeklemmt ist – ein Szenario, das Erfahrung verlangt und Fehler provoziert.
Entsprechend wenig überraschend ist die aktuelle Platzierung im hinteren Feld. Doch intern bleibt die Erwartungshaltung realistisch. „Ganz nach vorne wird schwer“, sagt Gerlach, „aber wir können uns steigern.“ Ein zentraler Hebel: das Qualifying. Eine Erkenntnis, die das Team erst nach dem Auftakt wirklich verinnerlicht hat.
Mit dem Wechsel auf Outdoor-Strecken wartet nun die nächste Unbekannte. Während Indoor vor allem technisch fordert, versprechen die kommenden Kurse mehr Speed und flüssigere Passagen. Für Gerlach ein Schritt ins Ungewisse – aber auch eine Chance. „Ich habe kaum Erfahrung draußen, aber ich freue mich darauf.“
Individuell arbeitet der Rookie bereits an klar identifizierten Schwächen. Zu viel Tempo in der Kurve kostet Zeit, die Gewichtsverlagerung im Kart war bislang ein unterschätzter Faktor. Typische Rookie-Themen – aber auch genau die Stellschrauben, die über Fortschritt entscheiden.
Die Zielsetzung bleibt bewusst bodenständig: lernen, Spaß haben, Erfahrung sammeln. Ergebnisse? Nebensache – vorerst.
Doch der Blick geht bereits nach vorne. Am Saisonende will Gerlach mehr sein als nur ein Teilnehmer. „Ich möchte konstanter fahren, besser mit Verkehr umgehen und im besten Fall auch schneller sein.“
Ein nüchtern formuliertes Ziel – und vielleicht genau deshalb ein realistisches.
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