

InWiTo-Racing Series
"Die Amateur Freizeit Kartliga"
„Wir haben gesehen, dass wir das Tempo für das Mittelfeld haben.“
CTM Motorsport gehört 2026 zu den Neulingen in der InWiTo Racing Series. Statt mit großen Kampfansagen startet das Team bewusst mit einer langfristigen Herangehensweise: lernen, Erfahrungen sammeln und sich Schritt für Schritt etablieren. Nach zwei Saisonrennen zeigen die Ergebnisse zwar noch Luft nach oben – ein Blick auf die Rundenzeiten verrät jedoch, dass deutlich mehr Potenzial im Team steckt. Im Gespräch mit I.R.S. spricht Max Heinemann über die ersten Monate in der Meisterschaft, die größten Erkenntnisse eines Rookie-Teams und warum das Ziel Top 10 längst nicht mehr unrealistisch erscheint.
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Mans Peterson: „Man kann sich nicht auf Erfahrung ausruhen“
I.R.S.: Max, ihr seid als neues Team in eure erste Saison der InWiTo Racing Series gestartet. Mit welchen Erwartungen seid ihr in die Meisterschaft gegangen und haben sich diese ersten Eindrücke bestätigt?
Max Heinemann: Wie ich bereits im letzten Interview gesagt habe, geht es für uns in der ersten Saison vor allem darum, im Kartsport anzukommen, die Abläufe kennenzulernen und als Team zusammenzuwachsen. Natürlich möchten wir dabei auch einfach Spaß haben – und das gelingt uns bislang auf jeden Fall. Gleichzeitig haben uns die ersten beiden Rennen deutlich gezeigt, dass wir bei unseren Abläufen und unserer Organisation noch einiges verbessern können. Genau daran arbeiten wir jetzt.
I.R.S.: Die InWiTo Racing Series verfügt über viele erfahrene Teams. Wie wurdet ihr als Newcomer aufgenommen?
Max Heinemann: Wirklich sehr gut. Man kommt mit allen Teams schnell ins Gespräch und wird offen aufgenommen. Natürlich versucht man dabei auch, sich den einen oder anderen Tipp von den erfahrenen Fahrern abzuschauen – sei es im direkten Austausch oder einfach dadurch, wie sie eine Strecke fahren und ihre Linie wählen.
I.R.S.: Nach den ersten beiden Rennen habt ihr nun einen Eindruck vom sportlichen Niveau der Serie. Was hat euch am meisten überrascht?
Max Heinemann: Besonders überrascht hat uns, wie professionell einige Teams inzwischen aufgestellt sind. Kommunikation, Bekleidung oder die gesamte Organisation wirken teilweise schon sehr professionell. Genau in diesen Bereichen können und müssen wir als Rookie-Team noch aufholen.
I.R.S.: Wie zufrieden bist du mit den bisherigen Leistungen von CTM Motorsport?
Max Heinemann: Insgesamt können wir durchaus zufrieden sein. Im letzten Rennen haben wir eine gute Leistung gezeigt. Ohne die vier Strafrunden wären wir rechnerisch ungefähr auf den Plätzen zwölf oder dreizehn gelandet. Das zeigt, dass wir auf einem guten Weg sind. Gleichzeitig wissen wir natürlich auch, dass wir unsere Abläufe weiter verbessern müssen, damit solche Fehler künftig nicht mehr passieren.
I.R.S.: Betrachtet man eure Rundenzeiten, fällt auf, dass ihr oft näher am Mittelfeld seid, als es das Endergebnis vermuten lässt. Gibt euch das zusätzliches Selbstvertrauen?
Max Heinemann: Definitiv. Während des Rennens haben wir das Livetiming verfolgt und gesehen, dass unsere Pace durchaus für das Mittelfeld reicht. Trotzdem müssen wir auch selbstkritisch bleiben. Wenn wir am Ende weiter hinten ins Ziel kommen, hat das Gründe. Ich glaube, dass vor allem unser Qualifying und die fehlende Aggressivität in der Startphase noch Bereiche sind, in denen wir uns steigern können.
I.R.S.: Wo liegen aktuell eure größten Baustellen?
Max Heinemann: Das größte Potenzial liegt sicherlich darin, die Strecken vor dem Rennwochenende intensiver vorzubereiten. Wenn wir schon vor dem Qualifying mehr Streckenkenntnis hätten, könnten wir uns deutlich weiter vorne qualifizieren. Im Rennen haben wir bereits gezeigt, dass wir uns schnell an neue Strecken anpassen können. Hinzu kommt, dass wir unsere Kommunikationstechnik weiter verbessern möchten.
I.R.S.: Welchen Rat würdest du einem Team geben, das 2027 neu in die InWiTo Racing Series einsteigen möchte?
Max Heinemann: Übt die Strecke. Übt eure Abläufe. Und sorgt möglichst früh für eine funktionierende – im Idealfall digitale – Kommunikation. Das sind Dinge, die einem im Rennen enorm helfen.
I.R.S.: Gemeinsam mit Calvin Gerlach und Tim Böckmann bildet ihr das Fahrertrio von CTM Motorsport. Wie ergänzen sich eure unterschiedlichen Stärken?
Max Heinemann: Ich glaube nicht, dass einer von uns alles perfekt kann. Jeder bringt seine eigenen Stärken mit, hat aber auch Bereiche, in denen er sich noch verbessern kann. Dem einen fehlt vielleicht etwas Aggressivität in Zweikämpfen, während ein anderer noch an seiner Konstanz oder an der Ruhe im Rennen arbeitet. Genau dadurch entwickeln wir uns gemeinsam weiter.
I.R.S.: Wenn du die Spitzenteams beobachtest – was könnt ihr euch von ihnen abschauen?
Max Heinemann: Die Topteams setzen vieles bereits konsequent um, woran wir aktuell noch arbeiten. Dazu gehören eine strukturierte Kommunikation, eine intensive Vorbereitung auf die Strecken und natürlich der große Erfahrungsschatz, den sie sich über mehrere Jahre aufgebaut haben. Diese Erfahrung müssen wir uns erst erarbeiten.
I.R.S.: Abschließend der Blick nach vorne: Wo soll CTM Motorsport am Saisonende stehen?
Max Heinemann: Das letzte Rennen hat uns gezeigt, dass wir vom Tempo her durchaus im Mittelfeld mithalten können – obwohl wir die Strecke vorher gar nicht gefahren waren. Das motiviert uns enorm. Wenn wir künftig besser vorbereitet ins Wochenende gehen, möchten wir versuchen, auch die Top 10 anzugreifen.
Redaktionsschluss
CTM Motorsport befindet sich genau dort, wo jedes ambitionierte Nachwuchsteam einmal beginnt: zwischen Lernen und Angreifen. Während die Ergebnisse aktuell noch nicht das wahre Leistungsvermögen widerspiegeln, sprechen die Rundenzeiten eine andere Sprache. Max Heinemann analysiert die Situation bemerkenswert selbstkritisch und erkennt klar, wo das größte Entwicklungspotenzial liegt. Sollten Streckenvorbereitung, Kommunikation und Rennroutine weiter wachsen, könnte der Neuling schon in seiner Premierensaison deutlich häufiger im Mittelfeld – oder sogar in den Top 10 – auftauchen. Das Fundament dafür scheint jedenfalls gelegt zu sein.