

InWiTo-Racing Series
"Die Amateur Freizeit Kartliga"
Jannis Pape – „Unser Ziel ist nicht Platz zwei oder drei, sondern der Titel“
JPGDesign3D Racing gehört seit Jahren zur absoluten Spitzengruppe der InWiTo Racing Series. Fahrer Jannis Pape spricht über den internen Anspruch im Team, den Kampf um den Titel und die Herausforderungen im Endurance-Karting.
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### „JPGDesign3D gehört seit Jahren zu den stärksten Teams der Serie. Spürst du persönlich mehr Druck als Fahrer, weil von euch praktisch jedes Rennen ein Top-Ergebnis erwartet wird?“
Jannis Pape: Nein, den Druck machen wir uns selbst. Unser eigener Anspruch ist es, mindestens auf den Top-3-Plätzen zu landen. Seit Mitte letzter Saison können wir diesem Anspruch auch durchgehend gerecht werden.
Wir investieren viel Zeit in die Vorbereitung auf jedes Rennen, probieren – wann immer es möglich ist – neue Methoden aus und verfolgen dabei immer ein klares Ziel: Am Ende nicht Platz drei oder zwei in der Meisterschaft zu holen, sondern zu gewinnen. Das ist der Druck, den wir uns selbst machen.
„Du teilst dir das Cockpit mit erfahrenen Fahrern wie Roland Wolf und Philipp Grohmann. Wenn man eure Stints vergleicht – wo siehst du dich selbst aktuell im internen Leistungsvergleich?“
Jannis Pape: Haha, ich glaube, die Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten. Es ist total streckenabhängig. Roland ist zum Beispiel der „GOAT von Werther“, während Philipp und ich in Essen stärker sind.
Ich denke, wir sind alle auf einem sehr ähnlichen Niveau – und genau das ist auch der Schlüssel. Gib uns allen das gleiche Kart unter den gleichen Bedingungen und wir fahren wahrscheinlich sehr ähnliche Zeiten. Im internen Leistungsvergleich würde ich mich daher irgendwo zwischen Platz eins und drei einordnen.
„Das Team liegt aktuell wieder in der Spitzengruppe der Meisterschaft. Ist für euch alles außer einem Titelgewinn am Ende der Saison eigentlich eine Enttäuschung?“
Jannis Pape: Ja und nein. Wenn man es neutral betrachtet, gibt es natürlich auch andere Teams, die extrem stark sind und den Titel verdient hätten.
Letztendlich wollen wir das Ding aber natürlich gewinnen. Deshalb wären wir schon ein Stück weit enttäuscht, wenn wir es am Ende nicht schaffen. Wir werden alles daransetzen, die Meisterschaft zu holen.
„JPGDesign3D ist bekannt für sehr konstante Rennen. Kritiker sagen aber manchmal, dass euch dadurch gelegentlich die letzte Aggressivität im Kampf um Siege fehlt. Siehst du das ähnlich?“
Jannis Pape: Es herrscht manchmal etwas Unklarheit über die Grenzen der Regeln. Wie weit kann man gehen? Darf man einen Überrundeten, der trotz mehrfacher Versuche weiterhin blockiert, leicht anschieben, um vorbeizukommen? Oder bekommt man dafür direkt eine Strafe?
Wenn ich das letzte Rennen betrachte, hat mir persönlich tatsächlich etwas Aggressivität gefehlt. Kurz vorher hatten wir eine Strafe bekommen und ich wollte zumindest den zweiten Platz sichern. Nach der Gelbphase hatte ich nur noch eine Chance, aber dann hat sich ein Überrundeter zwischen uns geschoben.
Ob das jetzt Pech oder fehlende Aggressivität war, kann ich nicht eindeutig beantworten. Ich würde mir manchmal einfach mehr Klarheit wünschen, wie weit man im Zweikampf gehen darf.
„In langen 2,5-Stunden-Rennen können kleine Fehler sofort mehrere Positionen kosten. Gab es in den letzten Saisons Situationen, in denen du im Nachhinein sagen würdest: ‚Dieser Fehler ging auf meine Kappe‘?“
Jannis Pape: Ja, die gab es definitiv – und dazu existieren auch ein paar nicht veröffentlichte Videos. Ich würde zwar sagen, dass diese Situationen teilweise auch durch technische Probleme beeinflusst waren, aber am Ende muss ich mir diese Fehler natürlich trotzdem anrechnen lassen.
„Teams wie Phoenix RT oder das Höcker Racing Team sind ebenfalls extrem stark. Was machen diese Teams aus deiner Sicht aktuell besser als JPGDesign3D?“
Jannis Pape: Kartglück. Diese Teams, Effect und wir sind meiner Meinung nach auf einem sehr ähnlichen Level. Da wir im Leihkartsport unterwegs sind, können wir die Technik selbst nicht beeinflussen. Deshalb würde ich nicht sagen, dass ein Team grundsätzlich besser oder schlechter ist.
„Im Endurance-Karting zählt am Ende das Teamresultat. Hast du manchmal das Gefühl, dass deine persönliche Performance im Teamresultat untergeht?“
Jannis Pape: Nein, zumindest nicht in unserer aktuellen Teamaufstellung. Wir wissen alle drei, dass jeder seinen Beitrag leisten muss, damit wir gewinnen können.
Die persönliche Performance ist letztendlich zweitrangig, solange das Teamergebnis stimmt. Dann kann man sich höchstens gegenseitig ein bisschen aufziehen. Bei uns zählt am Ende nur das Ergebnis des Teams.
„Siehst du dich eher als strategischen Fahrer, der das Rennen kontrolliert, oder als jemanden, der in entscheidenden Phasen bewusst Risiko eingeht?“
Jannis Pape: Ich liebe Risiko – das macht das Ganze erst richtig spannend. In den letzten Jahren habe ich aber gelernt, auch strategischer zu denken und nicht alles in der letzten Runde für zwei Punkte zu riskieren.
Grundsätzlich lebe ich aber nach dem Motto:
„If you no longer go for a gap that exists, you're no longer a racing driver.“ – Ayrton Senna
„Du konntest in der Vergangenheit sogar eine Tagesbestzeit in der Serie setzen. Warum sieht man solche absoluten Highlight-Leistungen nicht noch häufiger von dir?“
Jannis Pape: Die hatte ich ja fast wieder – bis Roland in Werther und Philipp in Essen mir den Pott weggeschnappt haben.
„Wenn du deine eigene Leistung der letzten Saison kritisch bewerten müsstest: In welchem Bereich bist du hinter deinen eigenen Erwartungen geblieben?“
Jannis Pape: Ich würde sagen im Durchsetzungsvermögen. Ich denke, ich muss mich auf der Strecke noch konsequenter positionieren und mich im Zweikampf besser behaupten.
Daran habe ich in den letzten Monaten aber intensiv gearbeitet und hoffe, dass ich das auch schon unter Beweis stellen konnte.