top of page
„Unser Ziel bleibt ein Platz in den Top 10“ – Marc Schmoll über den Saisonstart der Scuderia NRW

Zwei Rennen, viele Erkenntnisse und ein klarer Blick nach vorne: Für die Scuderia NRW verlief der Start in die Saison 2026 der InWiTo Racing Series nicht ohne Herausforderungen. Materialunterschiede, ein neues Teammitglied und die Feinabstimmung innerhalb der Mannschaft prägten die ersten Veranstaltungen in Werther und Kerpen. Dennoch sieht Teamchef und Fahrer Marc Schmoll viel Potenzial für die kommenden Rennen. Im Gespräch mit I.R.S. spricht er über die Lehren aus den ersten Saisonläufen, den besonderen Teamgedanken und warum der Spaß am Motorsport trotz aller Ambitionen immer an erster Stelle steht.

WhatsApp Image 2026-06-13 at 21.13_edited.jpg

I.R.S.: Marc, nach den ersten beiden Saisonrennen in Werther und Kerpen: Wie fällt dein persönliches Zwischenfazit zur Saison 2026 aus und entspricht die bisherige Entwicklung von Scuderia NRW euren Erwartungen?

Marc Schmoll: Mein Fazit nach den ersten beiden Rennen fällt gemischt aus. Unser langfristiges Ziel ist es, uns in den Top 10 der Gesamtwertung zu etablieren. Kerpen hat gezeigt, dass wir das Potenzial dafür haben – vorausgesetzt, das Material passt. Genau damit hatten wir allerdings sowohl in Werther als auch zuletzt in Kerpen zu kämpfen. Unterschiede von zwei bis drei Sekunden zwischen einzelnen Karts sind natürlich schon eine bittere Pille. Hinzu kam ein neuer Fahrer, der sich im Leihkart-Sport zunächst orientieren musste. Trotzdem bleiben wir fokussiert und verlieren unser Ziel nicht aus den Augen.

I.R.S.: Der Saisonauftakt in Werther war für viele Teams die erste echte Standortbestimmung. Welche Erkenntnisse konntet ihr dort gewinnen und welche Bereiche habt ihr anschließend gezielt für Kerpen verbessert?

Marc Schmoll: Vor allem unsere Kommunikation muss noch besser werden. Außerdem wollen wir uns für technische Ausfälle – beispielsweise beim Funk – besser aufstellen. Als Team müssen wir weiter zusammenfinden und konsequent an einem Strang ziehen. Genau daran arbeiten wir.

I.R.S.: Mit der Michael-Schumacher-Kartbahn in Kerpen stand anschließend eine der traditionsreichsten Strecken im Kalender. Wie hast du die Unterschiede zwischen dem Indoor-Auftakt in Werther und dem Outdoor-Rennen in Kerpen erlebt?

Marc Schmoll: Kerpen bietet deutlich mehr Grip und einen komplett anderen Streckencharakter. Die Kurven sind schneller und das Fahren fühlt sich insgesamt flüssiger an. Mir persönlich hat die Outdoor-Strecke sogar noch mehr Spaß gemacht. Und wer weiß – vielleicht hätte Regen den Spaßfaktor sogar noch einmal erhöht.

I.R.S.: Scuderia NRW hat sich in den vergangenen Jahren als fester Bestandteil der InWiTo Racing Series etabliert. Welche Ziele habt ihr euch für die Saison 2026 gesetzt und woran messt ihr euren Erfolg am Saisonende?

Marc Schmoll: Unser Maßstab ist ganz klar ein Platz in den Top 10 oder besser. Darauf liegt aktuell unser Fokus. Nach jedem Qualifying analysieren wir unsere Leistung und passen die Stint-Einteilung entsprechend an. Am Ende zählt für uns ein Ergebnis, mit dem das gesamte Team zufrieden sein kann.

I.R.S.: Motorsport ist auch im Kartsport ein Mannschaftssport. Wie würdest du die Zusammenarbeit mit deinen Teamkollegen beschreiben und wer hat dich in dieser Saison bislang besonders positiv überrascht?

Marc Schmoll: Wenn die Technik mitspielt, können wir uns gegenseitig wirklich gut unterstützen und hilfreiche Tipps geben. In Kerpen hat uns Philipp als Ersatzfahrer nicht nur auf der Strecke geholfen, sondern sich auch abseits des Cockpits hervorragend eingebracht. Er hat uns wichtige Informationen und Ideen geliefert, die wir per Funk an den Fahrer weitergeben konnten. Gerade die Rundenzeiten waren vor Ort nur schwer abzulesen, weshalb das Online-Livetiming eine große Hilfe war.

I.R.S.: Wenn man die Meisterschaft verfolgt, sieht man, wie eng das Feld mittlerweile zusammengerückt ist. Teams wie Team effect, Höcker Racing oder Phoenix RT setzen regelmäßig starke Akzente. Wo siehst du aktuell die größten Stärken von Scuderia NRW im Vergleich zur Konkurrenz?

Marc Schmoll: Mit den genannten Teams messen wir uns aktuell noch nicht direkt. Sie fahren durch ihre große Erfahrung und Konstanz oft in einer anderen Liga. Unser Ziel ist es deshalb zunächst, ihnen nicht im Weg zu stehen und unseren eigenen Weg zu gehen. Unsere größten Stärken sind der Spaß am Motorsport, der Zusammenhalt im Team, die Freude am fairen Wettbewerb und die Erfahrung, die wir in den vergangenen Jahren gesammelt haben.

I.R.S.: Mit Emsbüren wartet als nächstes Rennen eine Strecke, die für flüssige Kurven, enge Zweikämpfe und hohe Durchschnittsgeschwindigkeiten bekannt ist. Ist das ein Kurs, der eurem Team entgegenkommt, und welches Ergebnis wäre für euch dort ein Erfolg?

Marc Schmoll: Schnelle Strecken haben uns in der Vergangenheit eigentlich immer gelegen – Hagen ist dafür ein gutes Beispiel. Emsbüren werden wir uns noch genauer anschauen, aber das, was ich bisher gesehen habe, gefällt mir sehr gut. Ich hoffe, dass wir dort unsere Stärken ausspielen können. Natürlich wünsche ich mir auch, dass die Leistungsunterschiede zwischen den Karts geringer ausfallen. Damit kämpft zwar jedes Team, aber frustrierend bleibt es trotzdem, wenn man plötzlich mit stumpfen Waffen unterwegs ist.

I.R.S.: Das Saisonfinale auf der Daytona Kartbahn in Essen sorgt jedes Jahr für eine besondere Atmosphäre. Freust du dich bereits auf das Finale und welche Eigenschaften muss ein Fahrer mitbringen, um dort erfolgreich zu sein?

Marc Schmoll: Die Strecke in Essen gefällt mir sehr gut, auch wenn sie stellenweise ziemlich eng ist. Mir liegen zwar grundsätzlich schnelle Strecken etwas mehr, aber unabhängig davon gilt überall das Gleiche: fokussiert bleiben, Ruhe bewahren und sich nicht aus der Konzentration bringen lassen.

I.R.S.: Du bist inzwischen ein erfahrener Bestandteil der InWiTo Racing Series. Wenn du auf deine bisherige Zeit in der Meisterschaft zurückblickst: Welches Rennen oder welcher Moment hat dich als Fahrer am stärksten geprägt und warum?

Marc Schmoll: Einen einzelnen Moment gibt es für mich eigentlich nicht. Es ist vielmehr das Gesamtpaket. Die Entwicklung der Serie, die gemeinsamen Erlebnisse und die vielen Rennen haben mich als Fahrer geprägt.

I.R.S.: Zum Abschluss noch etwas Persönliches: Wenn die Saison vorbei ist und ihr als Team auf das Jahr zurückblickt – was wäre dir wichtiger: ein bestimmtes Meisterschaftsergebnis oder das Gefühl, gemeinsam als Scuderia NRW einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht zu haben? Und welcher deiner Teamkollegen wäre vermutlich der unterhaltsamste Begleiter auf einem langen Roadtrip quer durch Deutschland?

Marc Schmoll: Wenn wir gemeinsam ein Ergebnis erreichen, das wir uns als Team hart erarbeitet haben und mit dem wir zufrieden sind, dann haben wir unser Ziel erreicht. Genau darum geht es für mich. Und was den Roadtrip angeht: Ich nehme beide Teamkollegen mit. Einen Einzelnen auszuwählen, würde dem Teamgedanken widersprechen. Zu einem echten Team gehören immer alle drei.

Fazit

Auch wenn der Saisonstart für die Scuderia NRW von Materialproblemen und kleineren Abstimmungsschwierigkeiten geprägt war, blickt Marc Schmoll optimistisch nach vorne. Das Potenzial für Top-10-Ergebnisse ist vorhanden – jetzt gilt es, Kommunikation, Strategie und Konstanz weiter zu verbessern. Eines macht das Interview deutlich: Für die Scuderia NRW steht nicht nur das Ergebnis im Mittelpunkt, sondern vor allem der gemeinsame Weg als Team. Und genau dieser Teamgedanke könnte im weiteren Saisonverlauf zu einer der größten Stärken der Mannschaft werden.

© 2014 by InWiTo-Racing-Series

bottom of page