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Interview: Christian Alves – „Am Ende ist es ein Hobby mit Gleichgesinnten“
Phoenix RT gehört aktuell zu den führenden Teams der InWiTo Racing Series. Mit Pole Position beim Saisonauftakt und starken Leistungen im Rennen zählt das Team zu den Titelkandidaten. Fahrer Christian Alves spricht über Erwartungen, Teamstruktur und seine langjährige Erfahrung im Endurance-Karting.
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„Phoenix RT führt aktuell die Meisterschaft. Wird von euch in dieser Saison der Titel erwartet – und spürst du persönlich zusätzlichen Druck durch diese Favoritenrolle?“

Christian Alves: Guten Abend zusammen. Den Titel erwartet bei uns eigentlich niemand. Wir nehmen es so, wie es kommt.

Persönlich spüre ich keinen Druck. Es ist ein Hobby, das man mit vielen Gleichgesinnten teilt. Wenn man gewinnt, freue ich mich natürlich riesig. Aber wenn es nicht klappt, ist es heute nicht mehr so schlimm wie vielleicht noch vor zehn Jahren.

Ich denke, Phoenix RT ist fahrerisch sehr gut aufgestellt. Jetzt schauen wir einfach, wie die restlichen Rennen laufen.

 

„Im ersten Saisonrennen habt ihr euch die Pole Position gesichert, im Rennen selbst aber nicht den Sieg geholt. Woran liegt dieser Unterschied zwischen Qualifying-Speed und Rennperformance?“

Christian Alves: Im Qualifying hatten wir das Glück, eines der schnelleren Karts zu erwischen. Damit war klar, dass wir recht weit vorne stehen würden.

Im Rennen kamen dann mehrere Faktoren zusammen: eine sehr riskante Strategie mit vier zusätzlichen Wechseln, Fehler bei den Boxenstopps – dabei haben wir etwa 15 Sekunden verloren – sowie Pech mit unserem Startkart. Dazu kam natürlich auch eine starke Konkurrenz.

 

„Du bist seit vielen Jahren Teil der Serie und hast sogar schon Tagesbestzeiten gesetzt. Müsste ein Fahrer mit dieser Erfahrung nicht noch häufiger ganz vorne um Siege kämpfen?“

Christian Alves: Da müsste ich selbst nochmal auf der InWiTo-Seite nachschauen. Ich glaube nicht, dass die Statistik diese Frage ganz bestätigen würde. 

Die Frage war auf jeden Fall gemein. 
Aber klar – die Ausbeute könnte sicherlich noch etwas besser sein.

 

„Mit Kevin Gedigk und Tobias Klima hast du zwei starke Teamkollegen. Würdest du dich selbst als klaren Leader im Team sehen – oder seid ihr drei Fahrer auf Augenhöhe?“

Christian Alves: Die beiden sind schon richtig schnell. Wir bewegen uns im Team aber komplett auf Augenhöhe.

Entscheidungen werden gemeinsam getroffen und auch gemeinsam getragen. Außerdem ist jeder bereit, sein Ego zurückzustellen, wenn die Strecke einem anderen Fahrer besser liegt.

 

„Phoenix RT war in den vergangenen Jahren oft konkurrenzfähig, aber nicht immer konstant genug für den Titel. Was hat dem Team bisher gefehlt, um wirklich Meister zu werden?“

Christian Alves: Ganz ehrlich: Anwesenheit bei den Rennen. 

 

„Teams wie JPGDesign3D oder das Höcker Racing Team wirken derzeit extrem konstant. Was machen diese Teams deiner Meinung nach besser als Phoenix RT?“

Christian Alves: Das sind einfach tolle Teams mit guten Fahrern. Mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen.

 

„Gerade in Langstreckenrennen können aggressive Manöver schnell ein Teamrennen zerstören. Würdest du deinen Fahrstil eher als aggressiv oder kontrolliert beschreiben?“

Christian Alves: Ich würde sagen, ich habe eine gute Grundgeschwindigkeit. Je nach Serie und Regelwerk – zum Beispiel wenn es keine blauen Flaggen gibt – kann ich beide Fahrstile fahren.

Am Ende entscheidet der Rennverlauf und die aktuelle Situation im Rennen, ob ich aggressiver oder eher kontrolliert fahre.

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„Du bist auch bei internationalen Endurance-Rennen wie einem 24-Stunden-Event in Portugal gefahren. Hebt dich diese Erfahrung in der InWiTo Racing Series wirklich von anderen Fahrern ab?“

Christian Alves: Ich denke nicht unbedingt. Aber viel zu fahren hilft natürlich enorm, wenn man sich verbessern möchte.

Das ist wie bei allem im Leben: Wenn man etwas häufig macht, wird man automatisch besser. Und natürlich sammelt man dabei auch tolle Erlebnisse.

 

„Wenn ein Rennen für Phoenix RT nicht läuft: Fühlst du dich persönlich stärker verantwortlich als jüngere oder weniger erfahrene Fahrer im Team?“

Christian Alves: Ich bin schon lange vor dem Rennen und auch danach sehr fokussiert.

Wir geraten aber eigentlich nie unter Druck, weil wir immer mehrere Strategien parat haben – Plan A, B, C oder sogar D. Diese Szenarien besprechen wir im Team im Vorfeld. Im Rennen geht es dann nur noch darum, sich an das gemeinsame Skript zu halten.

 

„Wenn du deine bisherigen Leistungen in der Serie kritisch bewerten müsstest: In welchem Bereich hast du dein eigenes Potenzial bisher noch nicht vollständig ausgeschöpft?“

Christian Alves: Mein Körpergewicht – ich fahre ständig zu schwer. 

Und vielleicht auch meine Medienpräsenz.

© 2014 by InWiTo-Racing-Series

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