

InWiTo-Racing Series
"Die Amateur Freizeit Kartliga"
Philipp Grohmann: „Wir kommen nicht, um Zweiter zu werden.“
JPGDesign3D zählt seit Jahren zu den konstantesten Topteams der InWiTo Racing Series. Nach dem Sieg in Kerpen ist die Mannschaft dem Spitzenreiter dicht auf den Fersen und der Traum vom ersten Meistertitel lebt mehr denn je. Im Interview spricht Philipp Grohmann über den Titelkampf, den besonderen Teamgeist bei JPGDesign3D und darüber, welche Veränderungen er sich für die Zukunft der Serie wünschen würde.

I.R.S.: Philipp, euer Team JPGDesign3D gehört auch in dieser Saison wieder zu den absoluten Spitzenmannschaften. Nach dem Sieg in Kerpen seid ihr bis auf wenige Punkte an der Meisterschaftsführung dran. Spürt man in dieser Saison einen besonderen Titelhunger im Team?
Philipp Grohmann: Natürlich wollen wir bei jeder Gelegenheit gewinnen. Wir kommen schließlich nicht, um Zweiter zu werden.
I.R.S.: Mit Roland Wolf und Jannis Pape hast du zwei erfahrene Teamkollegen an deiner Seite. Wie würdest du eure Rollen innerhalb des Teams beschreiben und wodurch ergänzt ihr euch auf und neben der Strecke besonders gut?
Philipp Grohmann: Roland ist auf jeden Fall der Ruhepol der Truppe. Ansonsten gibt es bei uns eigentlich keine feste Rollenverteilung. Entscheidungen sind meistens innerhalb einer Minute besprochen und getroffen. Die Harmonie im Team ist einfach richtig gut.
I.R.S.: Du selbst hast in den vergangenen Jahren mehrfach mit starken Einzelleistungen und Tagesbestzeiten auf dich aufmerksam gemacht. Wie würdest du deine persönliche Entwicklung als Fahrer in der InWiTo Racing Series beschreiben und woran arbeitest du aktuell am meisten?
Philipp Grohmann: Ich würde gar nicht sagen, dass meine Entwicklung hauptsächlich durch die InWiTo geprägt wurde. Dafür gibt es einfach zu wenige Rennen im Jahr. Ich sitze außerhalb der Serie deutlich häufiger im Kart. Besonders geprägt haben mich das Rennkartfahren und die Rennen in Kirchlengern, wo das fahrerische Niveau extrem hoch ist.
I.R.S.: Die Leistungsdichte in der InWiTo Racing Series scheint 2026 größer denn je zu sein – teilweise entscheiden Zehntel oder sogar Hundertstel über mehrere Positionen. Macht genau das für dich den besonderen Reiz dieser Meisterschaft aus?
Philipp Grohmann: Ich finde vor allem gut, dass bei der InWiTo jeder Fahrer Gegner auf seinem Niveau findet – unabhängig davon, wie schnell er ist. Das Fahrerwechselsystem macht den Einstieg außerdem sehr einfach. Für die Spitzenteams ist es dadurch allerdings auch etwas entspannter, weil taktische Entscheidungen bei den Boxenstopps kaum eine Rolle spielen. Man fährt einfach sein Rennen, viel Strategie wird einem abgenommen.
I.R.S.: Du kennst inzwischen verschiedene Kartserien und Kartveranstaltungen. Was unterscheidet die InWiTo Racing Series deiner Meinung nach von anderen Rennserien? Ist es die Organisation, die Fairness, die Community oder vielleicht etwas ganz anderes?
Philipp Grohmann: Der größte Unterschied sind für mich tatsächlich die Boxenstopps. In der InWiTo ist dort alles sehr genau vorgegeben. Persönlich finde ich das etwas schade, weil dadurch taktischer Spielraum verloren geht. Außerdem halte ich die Punktevergabe im Qualifying für etwas zu hoch gewichtet. Die Fairness auf der Strecke ist dagegen wirklich sehr gut und auch die Organisation ist top – das habe ich in anderen Serien schon deutlich anders erlebt.
I.R.S.: Wie wohl fühlst du dich persönlich in der InWiTo Racing Series? Gibt es Momente oder Erlebnisse, bei denen du sagst: Genau deshalb fahre ich hier so gerne mit?
Philipp Grohmann: Für mich ist die InWiTo einfach ein entspanntes Rennen unter Freunden. Ich spüre dort keinen übermäßigen Druck oder große Anspannung – und genau das macht den Reiz aus.
I.R.S.: Aktuell zählt JPGDesign3D wieder zu den Favoriten auf den Titel. Wie schätzt du eure Chancen im Meisterschaftskampf ein und welche Teams siehst du bis zum Saisonende als eure größten Konkurrenten?
Philipp Grohmann: Unsere Chancen auf den Titel sind definitiv da. Dieses Jahr muss es endlich klappen, nachdem wir in den vergangenen Jahren immer nur knapp gescheitert sind. Als größte Konkurrenten sehe ich Phoenix RT und Höcker Racing.
I.R.S.: Wenn du die Möglichkeit hättest, an der InWiTo Racing Series eine Sache zu verändern oder weiterzuentwickeln – sei es sportlich, organisatorisch oder für die Zuschauer –, was wäre dein persönlicher Wunsch?
Philipp Grohmann: Ich würde die Punktevergabe im Qualifying deutlich reduzieren. Außerdem würde ich mir bei den Boxenstopps mehr Freiheiten wünschen, damit die Teams eigene Strategien entwickeln können.
I.R.S.: Was erhoffst du dir langfristig von der InWiTo Racing Series? Soll die Serie weiter wachsen, noch professioneller werden oder gerade ihren familiären Charakter behalten?
Philipp Grohmann: Es spricht aus meiner Sicht überhaupt nichts dagegen, dass die Serie weiter wächst und trotzdem ihren familiären Charakter behält. Langfristig würde ich mir außerdem ein oder zwei zusätzliche Rennen pro Saison wünschen.
I.R.S.: Blicken wir zum Abschluss etwas weiter nach vorne: Welche persönlichen Ziele hast du für deine Zukunft im Kartsport und was möchtest du gemeinsam mit Roland Wolf, Jannis Pape und dem gesamten JPGDesign3D-Team in den kommenden Jahren noch erreichen?
Philipp Grohmann: Ich überlege schon seit längerer Zeit, wieder in die GTC einzusteigen. Mit Roland und Jannis möchte ich auf jeden Fall weiterhin Leihkart-Teamrennen fahren. Wie man sieht, funktioniert unsere Kombination einfach richtig gut.