

InWiTo-Racing Series
"Die Amateur Freizeit Kartliga"
„Am Ende kann ein einziger Punkt alles entscheiden.“
Höcker Racing gehört auch 2026 zum engsten Favoritenkreis der InWiTo Racing Series. Nach dem hauchdünn verpassten Titel im Vorjahr geht das Trio mit klaren Ambitionen in die neue Saison – und weiß zugleich, wie schmal der Grat zwischen Triumph und Enttäuschung geworden ist. Im Gespräch mit I.R.S. spricht Thorsten Gössling über Titelträume, Teamgeist, die stetig wachsende Leistungsdichte der Serie und warum manchmal schon ein einziger Punkt über den Ausgang einer gesamten Meisterschaft entscheidet.
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I.R.S.: Thorsten, Höcker Racing galt vor Saisonbeginn für viele Beobachter als einer der ganz großen Favoriten auf den Meistertitel. Nach dem knappen Verpassen der Meisterschaft in der vergangenen Saison waren die Erwartungen entsprechend hoch. Wie habt ihr intern die Zielsetzung für dieses Jahr formuliert?
Thorsten Gössling: Unser Ziel ist klar definiert: Wir wollen die Saison unter den besten drei Teams abschließen. Gleichzeitig wissen wir aber auch, wie eng die Spitze inzwischen zusammengerückt ist. Bei den Top-Teams entscheiden oft Nuancen über Sieg oder Niederlage – das richtige Kart, eine perfekte Boxenstrategie oder auch das nötige Quäntchen Glück. Genau diese Details können an einem Renntag den Ausschlag geben.
I.R.S.: Wenn man auf die bisherigen Rennen schaut, hat man den Eindruck, dass Höcker Racing konstant vorne dabei ist, aber noch nicht in jedem Rennen das komplette Potenzial abrufen konnte. Teilt ihr diese Einschätzung?
Thorsten Gössling: Absolut. Wir haben uns bislang eher selbst geschlagen als von der Konkurrenz schlagen lassen. Das Positive daran ist: Wir wissen, dass noch Potenzial in unserem Team steckt. Jetzt geht es darum, dieses Potenzial in den kommenden Rennen konsequent auf die Strecke zu bringen.
I.R.S.: Wo liegen aktuell die größten Stärken von Höcker Racing?
Thorsten Gössling: Unsere größte Stärke ist ganz klar unsere Konstanz. Fahrerisch bewegen wir uns alle auf einem ähnlichen Niveau und wissen genau, welche Aufgaben jeder im Team übernimmt. Dazu kommt ein großes gegenseitiges Vertrauen. Jeder kennt die Stärken des anderen – und genau das macht uns als Mannschaft stark.
I.R.S.: Wo seht ihr noch Verbesserungspotenzial?
Thorsten Gössling: Vor allem bei unserer Strategie und bei den Boxenstopps. Dort können wir uns noch steigern und genau diese Bereiche werden im weiteren Saisonverlauf entscheidend sein.
I.R.S.: Die Leistungsdichte scheint von Jahr zu Jahr größer zu werden. Wie schätzt du den Titelkampf ein?
Thorsten Gössling: Ich bin überzeugt, dass Teams wie Team effect, JPGDesign3D, Phoenix RT und wir selbst die Meisterschaft untereinander ausfahren werden. Die Qualität an der Spitze ist enorm – und genau das macht diese Serie so attraktiv.
I.R.S.: Was macht die InWiTo Racing Series für dich persönlich so besonders?
Thorsten Gössling: Für mich ist es die Mischung aus Professionalität und Leidenschaft. Hinter der Organisation steckt unglaublich viel Herzblut. Gleichzeitig herrscht auf und neben der Strecke ein sehr respektvoller Umgang miteinander. Es wird hart, aber fair gefahren. Vor allem sind es die Menschen, die diese Meisterschaft so besonders machen.
I.R.S.: Wenn du auf deine ersten Jahre in der Serie zurückblickst – wie hat sich die Meisterschaft entwickelt?
Thorsten Gössling: Angefangen hat alles damit, dass Tim damals noch für das CFC Racing Team gefahren ist und ich als Zuschauer mitgefiebert habe. Nach der ersten Saison war für mich klar, dass wir mit Tim, Ralf und mir als Höcker Racing ein konkurrenzfähiges Team aufbauen können. Seitdem hat sich die Serie enorm weiterentwickelt. Es sind neue Strecken hinzugekommen und ich hoffe, dass wir irgendwann auch einmal ein echtes Outdoor-Regenrennen erleben dürfen.
I.R.S.: Welche Entwicklung innerhalb der Serie gefällt dir besonders?
Thorsten Gössling: Die Teams arbeiten heute deutlich professioneller als noch vor einigen Jahren. Gerade bei der Kommunikation wurde enorm aufgerüstet. Gleichzeitig ist die Leistungsdichte spürbar gestiegen. Das Organisationsteam arbeitet ohnehin seit Jahren mit viel Leidenschaft und Weitblick – das merkt man bei jeder Veranstaltung.
I.R.S.: Gibt es trotzdem Wünsche für die Zukunft?
Thorsten Gössling: Ich würde mich freuen, wenn wir irgendwann wieder nach Werther zurückkehren würden. Ansonsten gibt es organisatorisch kaum etwas, das ich verändern würde. Natürlich wären geringere Leistungsunterschiede bei den Leihkarts wünschenswert, aber das gehört im Leihkartsport leider einfach dazu.
I.R.S.: Zum Abschluss: Wann wäre die Saison für dich ein voller Erfolg?
Thorsten Gössling: Ganz einfach: Wenn Höcker Racing am Saisonende mit genau einem Punkt Vorsprung auf Platz eins steht. Unsere stärksten Konkurrenten dürfen dann gerne genau einen Punkt weniger haben. Das wäre die perfekte Saison.
Fazit:
Thorsten Gössling wirkt im Gespräch ruhig, fokussiert und gleichzeitig realistisch. Höcker Racing weiß um seine Stärken, verschließt aber auch nicht die Augen vor den eigenen Baustellen. Gerade diese Mischung aus Selbstvertrauen und Selbstkritik macht den Vizemeister des Vorjahres zu einem der aussichtsreichsten Titelkandidaten der Saison 2026. Sollte es gelingen, Strategie, Boxenstopps und Konstanz auf den Punkt zu bringen, dürfte Höcker Racing bis zum Saisonfinale ein gewichtiges Wort im Titelkampf mitsprechen. Vielleicht entscheidet am Ende tatsächlich nur ein einziger Punkt.