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„Wir haben gemerkt, dass wir mithalten können“ – Jonathan Hirth über den gelungenen Saisonstart von Die Timos
Als Neueinsteiger in der InWiTo Racing Series gehören Die Timos bereits nach zwei Saisonrennen zu den positiven Überraschungen des Jahres. Platz sechs in der Gesamtwertung, starke Zweikämpfe mit etablierten Spitzenteams und ein außergewöhnlicher Teamzusammenhalt sprechen für sich. Im Interview mit I.R.S. blickt Jonathan Hirth auf den bisherigen Saisonverlauf zurück, spricht über die größten Lernprozesse, die Bedeutung einer funktionierenden Teamstrategie und erklärt, warum für Die Timos das Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft ist.
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I.R.S.: Jonathan, nach den ersten beiden Saisonrennen in Werther und Kerpen: Wie fällt dein persönliches Fazit zur bisherigen Saison aus und entspricht die Entwicklung von Die Timos euren Erwartungen vor dem Saisonstart?

Jonathan Hirth: Nach den ersten beiden Rennen kann ich auf jeden Fall sagen, dass unsere Erwartungen deutlich übertroffen wurden. Vor der Saison hatte ich mir vorgenommen, mindestens Platz zehn in der Gesamtwertung zu erreichen. Gemeinsam mit Timo und Gabriel liegen wir aktuell auf Rang sechs. Natürlich wollen wir uns weiter verbessern, aber das ist schon einmal ein richtig guter Zwischenstand.

I.R.S.: Der Saisonauftakt in Werther war für viele Teams die erste echte Standortbestimmung. Welche Erkenntnisse habt ihr dort über eure Stärken und Schwächen gewonnen und was konntet ihr bereits bis Kerpen verbessern?

Jonathan Hirth: Werther ist für mich fast wie ein zweites Zuhause. Entsprechend konnten wir dort ein gutes Ergebnis erzielen. Besonders deutlich wurde, wie wichtig das richtige Timing bei den Boxenstopps ist, um möglichst ein gutes Kart zu erwischen. Genau daran arbeiten wir aktuell intensiv. In Kerpen haben wir außerdem festgestellt, dass sich auch neue Strecken schnell lernen lassen, wenn man konzentriert arbeitet. Ein weiterer Schwerpunkt ist unsere Kommunikation. Jeder Fahrer soll jederzeit wissen, wie die aktuelle Rennsituation aussieht und jeder Boxenstopp soll möglichst reibungslos funktionieren.

I.R.S.: Mit Kerpen stand anschließend eine der traditionsreichsten Kartbahnen Deutschlands auf dem Kalender. Wie hast du den Wechsel vom Indoor-Rennen in Werther auf die deutlich schnellere Outdoor-Strecke erlebt und welche Herausforderungen haben euch dort besonders beschäftigt?

Jonathan Hirth: Ich habe bisher noch nicht allzu viel Erfahrung auf Outdoor-Strecken gesammelt, finde sie aber deutlich spannender. Die Strecke ist breiter und man muss die optimale Linie viel präziser treffen. Hinzu kommen die unterschiedlichen Kerbs, die je nach Situation Vor- oder Nachteile bringen können. Dadurch war es für mich anfangs schwieriger einzuschätzen, wann ein Fahrer hinter mir zum Überholen ansetzt und wie ich mich am besten verteidige. Ich habe aber versucht, mich möglichst schnell anzupassen und konnte dabei viel lernen.

I.R.S.: Die Timos gelten als Team, das sich über Zusammenhalt und Teamgeist definiert. Wie würdest du die Zusammenarbeit innerhalb der Mannschaft beschreiben und welche Rolle nimmst du persönlich dabei ein?

Jonathan Hirth: Unser Teamgeist ist wirklich etwas Besonderes. Auch wenn einmal etwas nicht läuft, sucht bei uns niemand nach einem Schuldigen. Stattdessen sprechen wir offen miteinander und versuchen gemeinsam Lösungen zu finden. Bei der Rennstrategie halte ich mich eher etwas zurück, weil Timo dafür ein sehr gutes Gespür hat. Fahrerisch sind wir alle auf einem ähnlichen Niveau, wodurch sich die Stints gut aufteilen lassen. In Kerpen konnte ich trotz Funkproblemen eine starke Qualifying-Runde fahren. Abseits der Strecke versuche ich meinen Teamkollegen hilfreiche Tipps und Informationen zu geben, ohne sie mit zu vielen Details zu überladen. Ich weiß selbst, wie wichtig ein freier Kopf im Rennen ist. Insgesamt sind wir, was Zusammenhalt und Teamarbeit angeht, fast schon ein Dreamteam.

I.R.S.: In einer Serie mit etablierten Spitzenteams wie Team effect, Höcker Racing oder Phoenix RT ist es oft schwierig, konstant um Spitzenplätze zu kämpfen. Was sind aus deiner Sicht die wichtigsten Schritte, damit Die Timos den Abstand zur Spitze weiter verkürzen können?

Jonathan Hirth: Fahrerisch können wir mit den Spitzenteams häufig gut mithalten. In beiden Rennen hatten wir intensive Zweikämpfe mit Höcker Racing. Oft war allerdings das Kart der entscheidende Unterschied. Trotz besserem Kurvenausgang konnten sie uns auf den Geraden einfach davonfahren. Deshalb legen wir unseren Fokus künftig noch stärker auf taktisch gut geplante Boxenstopps, um möglichst konkurrenzfähige Karts zu bekommen und unsere Leistung optimal auf die Strecke zu bringen.

I.R.S.: Motorsport ist häufig ein Mannschaftssport hinter den Kulissen. Welcher deiner Teamkollegen hat dich in dieser Saison bisher am meisten überrascht – sei es durch Geschwindigkeit, Entwicklung oder Einsatzbereitschaft?

Jonathan Hirth: Am meisten überrascht hat mich Timo. Wir kennen uns schon lange und fahren regelmäßig gegeneinander, aber mit welchem Ehrgeiz und welchem Know-how er unser Team unterstützt, ist wirklich beeindruckend. Gerade durch die Rennen in der InWiTo Racing Series hat er sich fahrerisch enorm weiterentwickelt und seine Überholmanöver noch einmal deutlich verbessert. Gleichzeitig darf man Gabriel nicht unterschätzen. Er hat seine Fahrweise in kurzer Zeit sehr gut angepasst und weiß genau, wann er seine Stärken einsetzen muss.

I.R.S.: Mit Emsbüren steht nun eine Strecke bevor, auf der saubere Zweikämpfe, Konstanz und taktisches Rennverständnis besonders wichtig sind. Welche Erwartungen hast du an dieses Rennen und welche Ziele setzt ihr euch als Team?

Jonathan Hirth: Emsbüren wird für uns eine neue Herausforderung. Aktuell ist noch nicht sicher, ob ich selbst teilnehmen kann, weil sich möglicherweise ein anderes Motorsport-Event mit dem Termin überschneidet. Besonders freue ich mich auf die Rennkart-Flotte, weil sie sich deutlich anders fährt als ein klassisches Leihkart und dadurch eine andere Fahrweise verlangt. Unsere Erwartungen sind trotzdem hoch. Wir wollen erneut um die Spitzenplätze kämpfen. Auch wenn die Strecke für uns neu ist, werden wir uns intensiv vorbereiten und möglichst früh trainieren, um das bestmögliche Ergebnis zu erreichen.

I.R.S.: Das Saisonfinale auf der Daytona Kartbahn in Essen hat in der Vergangenheit schon für viele emotionale Momente gesorgt. Ist Essen eine Strecke, auf die du dich besonders freust, und was macht die Bahn für dich als Fahrer so besonders?

Jonathan Hirth: Die Daytona Kartbahn in Essen ist für uns alle noch völliges Neuland. Je nach Gesamtplatzierung könnte das Saisonfinale natürlich besonders spannend werden. Wir werden wie immer alles geben, um ein möglichst gutes Ergebnis zu erzielen. Da wir die Strecke noch nicht kennen, kann ich aktuell noch nicht viel dazu sagen – gespannt bin ich aber auf jeden Fall.

I.R.S.: Wenn du auf deine bisherige Zeit in der InWiTo Racing Series zurückblickst: In welchen Bereichen hast du dich als Fahrer am stärksten weiterentwickelt und woran arbeitest du aktuell noch am meisten?

Jonathan Hirth: Ich denke, am meisten habe ich mich bei meiner Ausdauer und meiner Konstanz verbessert. Aktuell beschäftige ich mich vor allem mit dem Thema Zusatzgewichte. Da ich häufig fast den gesamten Gewichtskasten nutzen muss, gibt es dort noch Optimierungspotenzial. Wir haben aber bereits einige Ideen und arbeiten an Lösungen.

I.R.S.: Zum Abschluss eine persönliche Frage: Wenn die Saison beendet ist und du mit deinen Teamkollegen einen Abend auf das Jahr zurückblickst – was wäre dir wichtiger: ein starkes Meisterschaftsergebnis oder das Gefühl, gemeinsam als Team einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht zu haben? Und wer aus dem Team würde an diesem Abend vermutlich die besten Geschichten auspacken?

Jonathan Hirth: Da es unsere erste Saison ist, wollen wir uns vor allem als Team kontinuierlich weiterentwickeln. Mit jedem Rennen werden wir stärker und deshalb wird natürlich auch ein gutes Meisterschaftsergebnis immer wichtiger. Wir haben inzwischen gesehen, dass wir mit den etablierten Teams mithalten können. Wenn wir am Ende gemeinsam auf die Saison zurückblicken, wird wahrscheinlich jeder seine ganz eigenen Geschichten erzählen – und vermutlich wird jeder überzeugt sein, dass seine die beste ist. Genau das macht uns als Team aus.

Fazit

Nach zwei Saisonrennen ist klar: Die Timos sind weit mehr als nur ein ambitionierter Neuling in der InWiTo Racing Series. Mit Platz sechs in der Gesamtwertung, einem außergewöhnlichen Teamgeist und der Überzeugung, mit den Spitzenteams mithalten zu können, ist die Mannschaft auf einem vielversprechenden Weg. Für Jonathan Hirth steht fest, dass die Entwicklung noch längst nicht abgeschlossen ist – und genau darin liegt das größte Potenzial für den weiteren Saisonverlauf.

© 2014 by InWiTo-Racing-Series

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