

InWiTo-Racing Series
"Die Amateur Freizeit Kartliga"
Lucas Böke über Teamgeist, Titelgewinne und seine Leidenschaft für die InWiTo Racing Series
Mit 28 Rennstarts, zwölf Podiumsplatzierungen, mehreren Rennsiegen und zwei Meistertiteln gehört Lucas Böke zu den erfolgreichsten Fahrern in der Geschichte der InWiTo Racing Series. Über die Jahre fuhr er für verschiedene Teams, feierte große Erfolge und etablierte sich als feste Größe der Meisterschaft. Im Gespräch mit der I.R.S. spricht der Fahrer von Team effect über seine bisherige Karriere, den schwierigen Saisonstart 2026 und die Ziele, die ihn auch nach vielen Jahren im Motorsport weiterhin antreiben.

Lucas Böke: „Ins Kart setzen, fahren und gewinnen“
Angesichts seiner beeindruckenden Bilanz überrascht Lucas Böke mit einer bemerkenswerten Antwort auf die Frage nach dem größten Moment seiner Karriere.
„Ich bin besonders stolz auf meine verschiedenen Teamkollegen, die ich bislang in der Rennserie hatte.“
Für den zweifachen Champion stehen nicht Pokale oder Statistiken im Vordergrund, sondern die Menschen, mit denen er seine Erfolge erlebt hat. Diese Verbundenheit zieht sich wie ein roter Faden durch seine gesamte Motorsportlaufbahn.
Schwieriger Start in die Saison 2026
Mit dem bisherigen Verlauf der laufenden Saison zeigt sich Böke hingegen alles andere als zufrieden. Nach den ersten Rennen sieht er sein Team deutlich hinter den eigenen Erwartungen zurück.
„Unsere Erwartungen wurden nicht getroffen.“
Besonders ärgerlich war aus seiner Sicht eine Strafe, die wertvolle Punkte kostete und den Saisonstart zusätzlich erschwerte.
„Bislang haben wir echt schlechte Arbeit geleistet, wie zum Beispiel die letzte Strafe, die uns nicht nur die Punkte im Qualifying gekostet hat.“
Trotz der Kritik macht Böke deutlich, dass die Probleme hausgemacht waren und das Team selbst die Verantwortung dafür trägt.
Vertrauen in Team effect bleibt ungebrochen
Nach Stationen bei Racing Byters und Wheel Master fährt Böke inzwischen für Team effect. Obwohl die Mannschaft auch in dieser Saison zu den Favoriten zählt, lief bislang nicht alles nach Plan.
„Grundsätzlich vertraue ich meinem Team alles an, aber dieses Jahr haben uns menschliche Fehler viele Punkte gekostet.“
Dennoch steht für den erfahrenen Fahrer außer Frage, dass das Vertrauen innerhalb der Mannschaft weiterhin vorhanden ist. Einzelne Rückschläge ändern nichts an seiner grundsätzlichen Überzeugung vom Potenzial des Teams.
Bemerkenswert ist zudem seine Sichtweise auf seine bisherigen Stationen in der Serie.
„Ich würde die Teams nicht unterscheiden wollen und habe mich in allen Teams sehr gut aufgehoben gefühlt.“
Erfolg verändert die Ziele nicht
Trotz seiner zahlreichen Erfolge hat sich Lucas Bökes Herangehensweise an Rennwochenenden über die Jahre kaum verändert.
„Ich verfolge dieselben Ziele wie immer: keine besondere Vorbereitung, ins Kart setzen, fahren und gewinnen.“
Die Aussage verdeutlicht den selbstbewussten, aber gleichzeitig unkomplizierten Charakter des mehrfachen Titelträgers. Während viele Fahrer auf intensive Vorbereitung setzen, vertraut Böke vor allem auf seine Erfahrung und sein fahrerisches Können.
Erfahrung und Talent als größte Stärke
Bei der Analyse der aktuellen Situation von Team effect nennt Böke zwei Faktoren, die das Team nach wie vor zu einem der stärksten der Serie machen.
„Die Stärken liegen in der Erfahrung und dem Talent.“
Gleichzeitig spart er nicht mit Selbstkritik und benennt auch den Bereich, in dem aus seiner Sicht noch Verbesserungspotenzial besteht.
„Die Schwächen liegen in der Disziplin.“
Eine ehrliche Einschätzung, die zeigt, dass auch erfolgreiche Teams kontinuierlich an sich arbeiten müssen, um dauerhaft an der Spitze bestehen zu können.
Werther bleibt die Nummer eins
Im Laufe seiner Karriere hat Böke zahlreiche Kartbahnen und Streckenlayouts kennengelernt. Eine Strecke nimmt dabei einen ganz besonderen Platz in seinem Herzen ein.
„Ich werde die Kartbahn Werther immer bevorzugen.“
Dabei spielen nicht nur sportliche Gründe eine Rolle. Vielmehr schätzt er das Gesamtpaket aus Strecke, Atmosphäre und den Menschen vor Ort.
„Hier zählt für mich nicht nur der emotionale Wert, sondern auch das Gesamtpaket – vom Streckenlayout bis hin zum Personal.“
Erfahrung macht den Unterschied
Auch wenn Böke die Strecken der InWiTo Racing Series grundsätzlich nicht als große Herausforderung betrachtet, weiß er aus jahrelanger Erfahrung, dass selbst erfahrene Fahrer Zeit benötigen, um eine neue Strecke vollständig zu verstehen.
„Es gibt Strecken, die selbst ein erfahrener Fahrer nicht innerhalb von zehn Minuten perfekt beherrscht.“
Der entscheidende Unterschied zwischen erfahrenen Rennfahrern und Einsteigern liege vor allem in der Fähigkeit, neue Gegebenheiten schnell zu analysieren und umzusetzen.
„Erfahrung, Talent und Übung führen dazu, eine Strecke wesentlich schneller zu verstehen und das Maximum aus ihr herauszuholen.“
Offen für neue Herausforderungen
Mit Blick auf die zukünftige Entwicklung der Rennserie zeigt sich Böke offen für neue Austragungsorte und Streckenkonzepte.
Konkrete Wunschstrecken hat er nicht.
„Einen konkreten Wunsch habe ich nicht, aber ich lasse mich gerne überraschen.“
Wichtiger seien ohnehin andere Faktoren.
„Die Strecken sollten letztendlich gleichmäßige Karts, organisiertes Personal und gutes Wetter mitbringen.“
Damit bringt er auf den Punkt, welche Rahmenbedingungen für faire und attraktive Rennen entscheidend sind.
Die Leidenschaft bleibt
Während viele Fahrer im Laufe der Jahre ihre Prioritäten verändern, ist Lucas Bökes Ziel für die Zukunft bemerkenswert einfach geblieben.
„Ich sehe mich dort, wo ich hoffentlich auch in Zukunft noch sein werde: im Kart.“
Neben sportlichen Erfolgen steht für ihn vor allem die Freude am gemeinsamen Motorsport im Mittelpunkt.
„Mein Ziel ist es, weiterhin mit euch Spaß zu haben.“
Eine Aussage, die vielleicht besser als jede Statistik erklärt, warum Lucas Böke auch nach zwei Meistertiteln, zahlreichen Podestplätzen und vielen Jahren in der InWiTo Racing Series weiterhin zu den prägenden Persönlichkeiten der Meisterschaft gehört.