

InWiTo-Racing Series
"Seit 2009 auf der Rennstrecke"
Kevin Gedigk im Interview: Vom Meister mit Phoenix RT zum Titeljäger mit Horizon Racing OWL
Der amtierende Meister bleibt der InWiTo Racing Series treu und startet 2027 mit seinem eigenen Team in ein neues Kapitel.
Hinter Kevin Gedigk liegt eine Saison, die er so schnell nicht vergessen wird: Gemeinsam mit Phoenix RT krönte er das Rennjahr 2026 mit dem Meistertitel. Dabei überzeugte er nicht nur durch seine Geschwindigkeit, sondern auch durch seinen Ehrgeiz, seinen Kampfgeist und seinen unbedingten Willen, als Team erfolgreich zu sein.
Doch nach dem Titelgewinn ist vor der nächsten Herausforderung: Für die Saison 2027 schlägt Kevin ein neues Kapitel auf. Mit Horizon Racing OWL gründet er sein eigenes Team und verfolgt ein klares Ziel: von Anfang an konkurrenzfähig sein, um Siege kämpfen und ganz vorne mitfahren.
Im Interview blickt Kevin auf die entscheidenden Momente seiner Meisterschaft zurück, spricht über seine besondere Zeit mit Phoenix RT und verrät, was er sich mit Horizon Racing OWL für die kommende Saison vorgenommen hat. Außerdem erklärt er, warum die InWiTo Racing Series für ihn weit mehr als nur Motorsport ist.
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Kevin, du blickst auf eine außergewöhnlich erfolgreiche Saison 2026 zurück. Wenn du heute auf die vier Rennveranstaltungen in Werther, Kerpen, Emsbüren und Essen schaust: Welcher Moment kommt dir als Erstes in den Kopf, und wann hast du gespürt, dass in dieser Saison etwas ganz Besonderes möglich ist?
Kevin Gedigk: Es war eine ganz tolle Saison! Ehrlich gesagt wusste ich schon vor dem ersten Rennen in Werther, dass wir eine realistische Chance auf den Titel haben würden. Wir waren von Anfang an selbstbewusst und sind mit dem klaren Ziel in die Saison gestartet, ganz vorne mitzufahren.
Ein Meistertitel entsteht nicht an einem einzigen Renntag. Was war für dich die größte Herausforderung auf dem Weg zum Titel, und bei welchem Rennen musstest du am meisten kämpfen, um das bestmögliche Ergebnis herauszuholen?
Kevin Gedigk: Die größte Herausforderung war für mich ganz klar Werther, direkt zu Saisonbeginn. Ich fahre dort schon lange, habe auf dieser Strecke aber bis heute meine Höhen und Tiefen. Dazu kamen die teilweise unglaublich großen Unterschiede zwischen den Karts. Deshalb war Werther für mich persönlich das schwierigste Rennen der gesamten Saison.
In Kerpen hast du mit einer starken Leistung überzeugt und Phoenix RT eine hervorragende Ausgangslage verschafft. Was hat an diesem Tag besonders gut funktioniert, und wie viel bedeutet es dir, wenn deine Teamkollegen und Konkurrenten deine Leistung anerkennen?
Kevin Gedigk: Wir wussten, dass wir in Kerpen erneut auf unseren Stammfahrer Tobi verzichten mussten. Da ich selbst leider nicht am Testrennen teilnehmen konnte, war für mich klar, dass ich mich voll konzentrieren und alles aus mir und dem Material herausholen musste.
Das ist mir sehr gut gelungen: Im Qualifying konnte ich uns auf Platz zwei stellen. Aus taktischen Gründen mussten wir anschließend unserem Gastfahrer Lukas den Start überlassen, da sein Stint der kürzeste war. Dabei haben wir leider innerhalb von zwei Runden zwölf Plätze verloren. Danach hieß es für mich wieder: volle Attacke und den Weg nach vorne suchen!
Was die Anerkennung angeht, glaube ich, dass ich für alle sprechen kann, wenn ich sage, dass Lob und Anerkennung jedem guttun. Das motiviert einen und spornt mich persönlich an, noch mehr Gas zu geben.
Beim Saisonfinale in Essen hast du noch einmal gezeigt, was in dir steckt. Gemeinsam mit deinem Team wolltest du nicht nur den Meistertitel sichern, sondern auch sportlich ein Ausrufezeichen setzen. Wie hast du diesen Renntag erlebt, und woran möchtest du trotz des Titelgewinns fahrerisch noch arbeiten?
Kevin Gedigk: In Essen sind wir endlich wieder mit allen Stammfahrern an den Start gegangen. Unser Fokus lag ganz klar auf dem Titel. Gleichzeitig wollten wir mindestens ein Rennen gewinnen, denn sonst hätte es am Ende vielleicht geheißen, dass wir unsere Punkte nur im Qualifying eingefahren hätten.
Wir alle hatten großen Respekt vor der Strecke, weil keiner von uns sie wirklich mag. Zu Beginn habe ich zu den Jungs gesagt: „Ich möchte heute, dass unser Team im Qualifying auf Platz eins steht, wir das Rennen von vorne gewinnen und die schnellste Runde holen. Dann haben wir den Titel in der Tasche!“
Gesagt, getan! Es lief einfach wie am Schnürchen, und alle haben abgeliefert. Besser hätte es kaum laufen können.
Fahrerisch möchte ich künftig vor allem an meiner Konstanz arbeiten und versuchen, die kleinen Fehler zu vermeiden, die sich immer wieder einschleichen.
Phoenix RT war 2026 dein sportliches Zuhause. Bereits 2025 bist du als Gastfahrer dein erstes Rennen in der InWiTo Racing Series für das Team gefahren. Nun habt ihr gemeinsam den Meistertitel gewonnen. Was hat diese Mannschaft für dich ausgemacht, und wie schwer fällt dir der Abschied?
Kevin Gedigk: Mein erstes Rennen für Phoenix RT war 2025 in Hagen. Damals bin ich als Gastfahrer mein erstes Rennen in der InWiTo Racing Series gefahren. Ich habe direkt ordentlich Druck von Christian bekommen, was ich zu tun und zu lassen habe. Das schreckt vielleicht manche ab, aber ich liebe das! Es hat mir von Anfang an gezeigt, wie ernst dieses Team die Meisterschaft nimmt und wie ehrgeizig es ist.
Ich bin lange genug in anderen Serien gefahren, in denen es oft hieß: „Hauptsache, wir werden nicht Letzter.“ Das war aber nie mein eigener Anspruch!
Ich habe es geliebt, mit Phoenix RT zusammenzuarbeiten und gemeinsam zu kämpfen, weil wir alle an einem Strang gezogen haben. Genau das hat dieses Team für mich ausgemacht.
Ich gehe mit einem weinenden, aber auch mit einem lachenden Auge in die neue Saison. Das lachende Auge ist allerdings deutlich größer, denn ich werde 2027 mit einem neuen Team an den Start gehen, das für einige Überraschungen sorgen wird!
Damit kommen wir zu deinem nächsten großen Schritt: 2027 trittst du mit deinem eigenen Team Horizon Racing OWL an. Wie ist die Idee entstanden, ein eigenes Team zu gründen, und welche Ziele hast du dir für dieses Projekt gesetzt?
Kevin Gedigk: Es gibt einen Fahrer, den ich schon seit meinem fünften Lebensjahr kenne. Bisher sind wir immer nur gegeneinander gefahren und haben es nie geschafft, gemeinsam in einem Team an den Start zu gehen.
Als feststand, dass Christian und Tobi nicht mehr fahren möchten, habe ich mich umgehört und ihn noch einmal gefragt, ob er Lust hätte, mit mir ein Team zu gründen. Er war sofort Feuer und Flamme und direkt dabei.
Zusammen mit meinem langjährigen Langstrecken-Teamkollegen Jens Schulz bilden wir nun das neue Team Horizon Racing OWL.
Unser Ziel ist klar: Wenn wir im ersten Jahr unter den ersten drei landen, wäre das für mich bereits ein erfolgreicher Start. Aber ganz ehrlich: Der Titel ist ganz klar unser Ziel!
Als amtierender Meister stehst du mit Horizon Racing OWL natürlich besonders im Fokus. Gleichzeitig übernimmst du mit der Teamgründung neue Verantwortung. Wie wollt ihr als Mannschaft zusammenarbeiten, und wie schätzt du eure Chancen für 2027 ein?
Kevin Gedigk: Ja, ich habe das Team gegründet, aber bei uns haben alle drei gleich viel zu sagen. Entscheidungen werden immer gemeinsam getroffen. Wir gewinnen und verlieren gemeinsam – genau das ist unser Verständnis von Teamarbeit.
Wir wollen alle drei den Titel holen! Ich glaube, dass wir ein sehr, sehr starkes Trio sind, und traue uns den Titel absolut zu.
Die InWiTo Racing Series ist weit mehr als eine Sammlung einzelner Rennen. Was macht die Serie für dich persönlich aus, und welche Bedeutung haben der Zusammenhalt und die Menschen hinter den Teams?
Kevin Gedigk: Ich liebe die InWiTo Racing Series! Es sind nicht einfach nur Konkurrenten, sondern Freunde, Bekannte und einfach tolle Menschen.
Ich finde es großartig zu sehen, wie viel Herzblut das Orga-Team und die gesamte Gemeinschaft in die InWiTo Racing Series stecken. Das ist etwas Besonderes und macht für mich einen großen Teil des Reizes aus.
Während des Rennens sind wir Konkurrenten und kämpfen um jede Position. Davor und danach sind es aber Freunde, mit denen man gerne Zeit verbringt. Diese Mischung aus sportlichem Ehrgeiz und persönlichem Zusammenhalt ist für mich einfach einzigartig.
Du kennst die Serie inzwischen als Meister und wirst sie 2027 zusätzlich aus der Perspektive eines eigenen Teamverantwortlichen erleben. Was sollte die InWiTo Racing Series deiner Meinung nach unbedingt bewahren, und welche Wünsche hast du für ihre Zukunft?
Kevin Gedigk: Puh, das ist eine schwierige Frage! Ich finde, die InWiTo sollte genauso bleiben, wie sie ist. Ich mag das Format sehr.
Ich bin aber auch der Letzte, der sich an neuen Regeln oder Abläufen stören würde. Ich bin immer offen für Neues, wenn es dazu beitragen kann, die Saison noch spannender zu machen.
Aktuell wüsste ich allerdings nicht, was man unbedingt ändern müsste. Ich mag die Serie so, wie sie ist, und freue mich extrem auf das Jahr 2027!
Zum Abschluss ein Blick nach vorne: Wenn du Ende 2027 auf deine erste Saison mit Horizon Racing OWL zurückblickst, was möchtest du erreicht haben? Worauf freust du dich am meisten, und welche Botschaft möchtest du der gesamten InWiTo-Familie mit auf den Weg geben?
Kevin Gedigk: Wenn ich Ende 2027 auf die Saison zurückblicke, möchte ich sagen können, dass wir als Team zusammengewachsen sind, Spaß hatten und natürlich auch sportlich erfolgreich waren. Ich bin ehrgeizig und möchte immer vorne mitfahren und um Siege kämpfen.
Am meisten freue ich mich darauf, gemeinsam mit meinem Team etwas Eigenes aufzubauen und zu sehen, wohin uns dieser Weg führt. Mein Wunsch ist es, mit Horizon Racing OWL etwas Großes aufzubauen.
Die Saison 2026 werde ich natürlich nie vergessen. Mit Phoenix RT Meister zu werden, war etwas ganz Besonderes. Ein großes Dankeschön geht an Tobias Klima, Christian Alves und alle, die mich auf diesem Weg begleitet haben.
Auch der gesamten InWiTo-Familie möchte ich Danke sagen. Die Rennen, die Zweikämpfe und vor allem die Menschen machen diese Serie besonders. Ich freue mich auf 2027 und auf viele weitere spannende Rennen mit euch!